Mittwoch, 12. Mai 2010

Und täglich grüßt...

(Ph) Da haben wir es dann also doch geschafft. Der Aufstieg ist verspielt und trotz aller Treuebekenntnisse Lakis' hat man doch das Gefühl wieder vor einem Trümmerhaufen zu stehen. Aber was für das "Team" auf dem Platz zutrifft, trifft dann doch auch auf uns zu. Wir haben es nämlich auch geschafft. Die dritte Ausgabe des Beipackzettels erscheint mit Verspätung und Probleme, die 4 Seiten voll zu bekommen hatten wir auch schon. Aber warum? Müssen wir die Schuld bei uns selbst suchen, oder dürfen wir so dreist sein und sie ganz einfach mal anderen in die Schuhe schieben? Ich glaube JA! In der letzten Ausgabe hatte ich über unser

Selbstverständnis als Fans geschrieben und dabei unsere unglaubliche Leidensfähigkeit gelobt. Aber genau diese Leidensfähigkeit ist es auch die uns einfach mal sagen lassen können muss, dass wir Fans uns nicht alles gefallen lassen müssen und dürfen. Warum sollen wir mehr Engagement zeigen als die 11-14 Spieler pro Spiel auf dem Platz? Wofür? Sind wir doch nur noch Teil der Maschine Fußball? Schön im Block stehen, Lieder singen, Fahne schwenken, in die Kamera irgendwelcher "Event-Fotografen" winken und sonst die Schnauze halten? Wenn man all das Spektakel der letzten Monate betrachtet, könnte man fast auf diesen Gedanken kommen.

Die anfängliche Euphorie ist schnell verflogen, und gegen Remscheid schafften es zu einem bedeutungslosen Spiel doch noch 1.200 sich aufzuraffen und in die Grotenburg zu kommen. 1.200 die fern ab der Zahlen sind, die man sich im Winter ausmalte. In den aktuellen Wochen sollten Tausende in die Burg strömen um dem lang ersehnten Aufstieg entgegen zu fiebern.

Viele von uns hatten noch das Glück die Bundesliga der früheren Zeiten in der Grotenburg erleben zu dürfen. Bratwurst, Stehplätze, Anpfiff Samstag um 15:30, fliegende Händler die nicht lizenzierte Fanartikel verkauften und rundherum all das was man mit einem schönen Fussball-Tag verbunden hatte. Und heute? 6. Liga. Auch da mal wieder verkackt. Ein Team, dem man nur schwer abkauft, dass es wirklich ein Team ist. Aber dann auch "Marketingaktionen" die einen Fan nur noch mit dem Kopf schütteln lassen. Konnte man anfangs Ailton tatsächlich noch als sportliche Bereicherung verkaufen, macht sich der arme Kerl nun zusehends selbst lächerlich und, viel schlimmer, unseren Club auch. Autoball-WM? Was ist das bitte? Vor allem, was soll das bitte? Haben wir nun endgültig keine anderen Sorgen mehr? Es geht um nichts anderes als die Zukunft unseres Clubs. Es geht um einen Etat, um Sponsoren, einen Coach und nicht zuletzt um Spieler für die neue Saison. Es geht um den hundertsten Versuch endlich aufzusteigen. Aber stattdessen wird Energie für einen unwichtigen Mist verwendet. Energie um eine klinisch saubere und vor allem kritiklose Event-Gesellschaft mit dem nächsten Stück Zucker zu befriedigen. Energie die anderswo viel nötiger wäre.

Und bei all dem, da fragt ihr noch nach der Motivationsfähigkeit derer, die schon seit Jahrzehnten nach Uerdingen gehen und ganz einfach Fußball-Fans sein wollen? Motivation und Engagement wofür? Ja, ich oute mich heute als einer, der keinen Bock mehr hat immer zu klatschen und alles toll zu finden. Ja, ich bin einer der auch keine Lust mehr hat bei einem unwichtigen Spiel gegen Remscheid von Minute 0 bis Minute 90 Fahnen zu schwenken und Schalala-Blub-Blub zu singen.

Aber wie soll es weiter gehen? Zum einem mit dem üblichen Sommertheater und den damit verbundenen Existenzängsten. Wenn sich das dann alles wieder gelegt haben sollte wird es auch weiter gehen, und letzten Endes werden wir als Fans uns auch wieder einreden, dass wir aus diesem Misserfolg gestärkt heraus gehen. Auch der Beipackzettel wird weiter bestehen und so wollen wir in der Sommerpause unser Augenmerk verstärkt auf unser Blog legen. Hier wollen wir in losen Abständen Artikel veröffentlichen, die zur aktuellen Situation passen. Vergesst uns also nicht und „freut“ euch mit uns auf einen neuen Anlauf im nächsten August.

0 Kommentare:

Kommentar veröffentlichen